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Die Fachfrau für die letzte Chance

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Interview mit unserer 1. Vorsitzenden Frauke Neumann durch eine Redakteurin des Flensburger Tagesblattes:

Flensburger Tageblatt 09. Juli 2015

Frauke Neumann vermittelt für den Verein

„Hundeliebe – grenzenlos“

todgeweihte Vierbeiner aus Zypern an liebevolle Familien

 

 

 

 

 

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Ein Herz für Hunde: Frauke Neumann rettet mit ihrem Verein Hundeliebe – grenzenlos Hunde vor dem Tod auf Zypern – Leni (links), Tiffi (vorn) und Malie stammen auch von dort.
 

Mariska, drei Wochen alt, war mit Säure übergossen worden, ihr Rücken verätzt, sie lag im Gebüsch und klagte laut. Die Narbe des schokoladenbraunen Welpen reicht vom Nacken bis zur Schwanzwurzel und „sieht aus wie ein Reißverschluss“, sagt Frauke Neumann. Sie ist die erste Vorsitzende des Vereins „Hundeliebe – grenzenlos e.V.“, dessen Mitarbeiterin Lana auf Zypern zum Glück Mariska und deren Schwester Marisa fand und mit der Flasche aufzog. Frau Neumann kann sich jetzt freuen, dass sie die beiden Pointermix-Hunde frisch nach Norderstedt vermitteln konnte.

 
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Mariska Marisa 

 Auch Chocco ist gerettet. „Er war fast verhungert und konnte, als er gefunden wurde, nicht alleine stehen“, beschreibt Frau Neumann den jämmerlichen Zustand des Hundes. Heute ist er kaum wiederzuerkennen mit glänzendem, lockigen Fell und wie stolz getragenem weißen Latz. „Jetzt wohnt er bei Kiel. Ihm geht es sehr gut, und er wird heiß geliebt“, weiß die Vereinsvorsitzende.

 

   
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Noch nicht so viel Glück ist Keesha bislang widerfahren. Dem Malamute-Welpen fehlt ein Vorderfuß. Frau Neumann denkt über die Anfertigung einer Orthese nach. Damit muss jedoch noch solange gewartet werden, bis der Rüde ausgewachsen ist. Bis dahin sucht der Verein für den Hund eine Pflegestelle in Norddeutschland.

Update : was uns sehr freut, Keesha ist mittlerweile nach Borgstedt vermittelt und hat auch bereits sein Flugticket :-)

 

  
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  Seit zehn Jahren mache sie das, erzählt Frauke Neumann. Zunächst habe sie sich auch um Hunde aus Polen gekümmert, seit acht Jahren liegt der Fokus auf Hunden auf Zypern. Dort, so Neumanns Erfahrung, werden die Tiere ausrangiert oder dem Tod anheim gegeben, wenn sie ihre Aufgaben als Jagdhunde zum Beispiel nicht mehr ausüben können.

In den jetzigen Strukturen gibt es den Verein „Hundeliebe – grenzenlos“ seit 2011. Inzwischen habe er 48 aktive Mitglieder, die sich zahlreiche Aufgaben untereinander aufteilen. „Gute Leute“, lobt die erste Vorsitzende. „Das geht nur mit tollen Mitgliedern.“ Neumann zählt zum Team von sechs Vermittlern, die Anfragen von Hundefreunden annehmen. Die erreichen sie auch schon mal am späten Sonntagabend oder in aller Herrgottsfrühe per Telefon. Ein anderer Weg, um als Interessent einen geretteten Hund aufzunehmen, führt über das Kontaktformular auf der Website. Die Fragen dort findet selbst die Vorsitzende mitunter ein bisschen hart und zieht persönliche Gespräche vor. „Es ist nur ein Eindruck, den man sich macht“, doch der ist unausweichlich. Bei der „Vorkontrolle“ der Wohnverhältnisse des künftigen Hundebesitzers entweder vor Ort oder mittels Bildern achte sie darauf, ob das Umfeld „hundgerecht“ sei. Welpen sollten keine Treppen überwinden müssen. Und es passt nicht, wenn jemand acht Stunden arbeiten muss, während der Hund allein ist. Neumann schätzt, dass sie und ihre Mitstreiter zwei von drei Anfragen ablehnen. Dennoch werden durchschnittlich 50 bis 60 Hunde im Monat vermittelt.

Die Anfragen werden an die Partner auf Zypern weitergereicht, die Hunde gefunden, geimpft, gechipt und alsbald für eine Gruppe Hunde ein Flug gebucht. Am Flughafen – zumeist Hamburg – nehmen Vereinsmitglieder, neue Herrchen und Frauchen ihre Vierbeiner in Empfang. Das ist noch nicht alles. Eine großzügige Spende über 5000 Euro habe gerade ermöglicht, eines der Partner-Tierheime auf der Mittelmeerinsel mit neuen Fußböden, Metalltüren und Dächern auszustatten. Ein anderes befreundetes Tierheim auf Zypern wird in seiner Aufklärungsarbeit für Kinder und Schulen unterstützt.

Frauke Neumann ist gelernte Arzthelferin, habe jedoch „schon ewig nicht mehr in dem Beruf gearbeitet“. Stattdessen habe sie sich als Tierpsychologin weitergebildet. „Ich war schon immer so“, sagt sie über ihre enorme Hundeliebe. Vor 25 Jahren zählte sie zu denen, die gegen Tierversuche und für Tierschutz protestierten. Erst als sie erwachsen wurde, hatte sie ihren ersten eigenen Hund, einen Cocker Spaniel. Seither habe ein Vierbeiner den nächsten abgelöst. Jetzt leben Malie (3), Tiffi (7) und Leni (10) mit ihr. Jeden einzelnen der drei Hunde hat Neumann als sechs Monate alten Welpen aufgenommen. Tiffi sei mit fünf Wochen an einer Schnellstraße ausgesetzt – und zum Glück gefunden worden.
den Artikel finden Sie -hier-

Antje Walther

Redakteurin Flensburger Tageblatt

 
   

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