Wir haben einen sehr bewegenden Brief von unserer Kollegin Sotiroulla aus Zypern bekommen, der uns betroffen macht und auch etwas beschämt. Denn wir hier aus der Ferne können nicht so viel helfen, Arbeit abnehmen und unterstützen, wie wir es oft gerne würden. Aber wir sitzen tausende Kilometer weit entfernt …
Wir wissen jedoch um die vielen sehr anstrengenden und emotional belastenden Arbeiten, denn wir kennen die Bilder und Filmchen zu den Hunden, sind täglich in Kontakt, tauschen uns ständig aus und sind so auch sehr dicht am Thema Tierschutz dran. Einige unserer deutschen Kolleginnen, wie z. B. Franzi und Steffi, fliegen regelmäßig nach Zypern und besuchen und begleiten die Kolleginnen vor Ort. Auch sie haben schon einiges an Elend gesehen. Wir berichten immer wieder über einzelne Schicksale und auch über die schlimmen Zustände in den Tötungsstationen.
Der Tierschutz verlangt aber noch so vieles mehr ab. Und um es mit Sotiroullas Worten zu sagen, gerichtet an unsere liebe Kollegin Eva, dürfen wir diesen einen, zu Herzen gehenden Brief mit euch teilen... ❤️
Goodmorning.
Because I feel that you are truly part of the rescue family, I want to speak to you openly and from the heart about what rescue really means for us every day.
When you rescue a dog, you don’t know its past. You only know the moment you saved it. A dog may appear shy, scared or withdrawn, but that is often because of what it has been through. What it needs most is time, patience and love to heal and learn to trust again.
A future family must understand that a rescue dog needs time and love to blossom into the best companion. With stability, care and proper training, they can become the most loyal and wonderful pets.
Here with us ,we do everything we can, but we care for so many animals every single day that it is impossible for us to give each one individual training. We try to provide the basics — food, safety, medical care and protection, love , teach them the basics.
Every single day I go to the shelter. I wake up at 5:30 in the morning to clean and feed the animals until 8:30. In the evening I spend the same hours again doing the same work. On top of that, we have vet visits, trips to the government veterinary services, airport runs for animals travelling to their new homes, and many other responsibilities.
Me and Loraine also foster animals in our own homes because the shelter is full. Ir because they need extra care..Our houses are full of dogs too. Rescue does not stop when we leave the shelter — it follows us home.
At the same time we also work, and we have our families and responsibilities like everyone else. But it hurts us deeply when a dog stays with us for a long time. Not because we don’t love them, but because we feel we are being unfair to them, and at the same time it means we cannot rescue another animal that is still out there suffering and in desperate need.
Many rescue dogs need the same patience as a puppy. They need to learn everything from the beginning — how to trust, how to live in a home, and how to feel safe again.
In rescue we do not choose based on character or appearance. Every life deserves a chance. The reality we face every day is very hard. We find animals almost dying — sick, skeletal from starvation, injured by people, hit by cars, abused, tied up and left without food or water.Yesterday we had to let a young dog go to sleep. He had leishmania that had already affected all of his organs. We rescued him only one week ago. He was just 18 months old, a gentle soul with the kindest eyes. I am sending you the video. Last night I could not sleep because of this. Rescue work means constantly facing suffering and cases of abuse, and sometimes it hurts more than words can describe.
We are very few in Cyprus who truly love animals and fight for them every day. It is not an easy battle. We struggle against a system where animal welfare laws are often not sufficient, and even when they exist, they are not always properly enforced.
We also face people who think we are crazy for caring so much. Many times we are judged, criticised or misunderstood for the work we do.
Rescue also costs a lot of money — food, medical care, treatments, operations, microchips and medicines. Everything depends on donations and the support of people who believe in what we do. And sometimes the struggle reaches our personal lives. Rescue takes so much time, energy, emotion and money that it can even put pressure on our families. On top of everything, I am also worried about the war around us. One of my main concerns is the stray animals, because if the situation becomes worse, they will be the ones left completely helpless.
But despite everything, we continue, we daily fight for the best.
Because every life matters. And finally, we truly want to thank you for your support and for standing with us in this difficult but important work. It means more to us than you can imagine ❤️
Guten Morgen.
Weil ich das Gefühl habe, dass du wirklich Teil der Rettungsfamilie bist, möchte ich offen und von Herzen darüber sprechen, was Rettung für uns jeden Tag wirklich bedeutet. Wenn du einen Hund rettest, kennst du seine Vergangenheit nicht. Du kennst nur den Moment, in dem du ihn gerettet hast. Ein Hund mag schüchtern, ängstlich oder zurückgezogen wirken, aber das liegt oft daran, was er durchgemacht hat. Am meisten braucht er Zeit, Geduld und Liebe, um zu heilen und wieder Vertrauen zu lernen.
Eine zukünftige Familie muss verstehen, dass ein Rettungshund Zeit und Liebe braucht, um zum besten Begleiter zu werden. Mit Stabilität, Fürsorge und richtiger Erziehung können sie die loyalsten und wunderbarsten Haustiere werden. Hier bei uns tun wir alles, was wir können, aber wir kümmern uns jeden einzelnen Tag um so viele Tiere, dass es unmöglich ist, jedem einzelnen individuelle Erziehung zu geben. Wir versuchen, die Grundlagen bereitzustellen — Nahrung, Sicherheit, medizinische Versorgung und Schutz, Liebe, ihnen die Basics beizubringen. Jeden einzelnen Tag gehe ich in das Tierheim. Ich stehe um 5:30 Uhr auf, um die Tiere bis 8:30 Uhr zu säubern und zu füttern. Abends verbringe ich dieselben Stunden wieder damit, dieselbe Arbeit zu tun. Darüber hinaus haben wir Tierarztbesuche, Reisen zu den staatlichen Tierärztediensten, Flugreisen für Tiere, die in neue Familien umziehen, und viele andere Aufgaben.
Ich und Loraine nehmen auch Tiere in unseren eigenen Häusern auf, weil das Tierheim voll ist. Irgendwelche Gründe … Sei es denn, sie brauchen zusätzliche Pflege. Unsere Häuser sind ebenfalls voller Hunde. Rettung hört nicht auf, wenn wir das Tierheim verlassen — sie folgt uns nach Hause.
Gleichzeitig arbeiten wir auch, haben unsere Familien und Verpflichtungen wie jeder andere. Aber es tut uns sehr weh, wenn ein Hund lange bei uns bleibt. Nicht, weil wir ihn nicht lieben, sondern weil wir das Gefühl haben, ihn unfair zu behandeln, und gleichzeitig bedeutet es, dass wir kein anderes Tier retten können, das da draußen noch leidet und dringend Hilfe braucht.
Viele Rettungshunde brauchen dieselbe Geduld wie ein Welpe. Sie müssen alles von Anfang an lernen — wie man vertraut, wie man in einem Zuhause lebt und wie man sich wieder sicher fühlt. Bei der Rettung wählen wir nicht nach Charakter oder Aussehen. Jedes Leben verdient eine Chance. Die Realität, der wir jeden Tag gegenüberstehen, ist sehr hart. Wir finden Tiere, die fast sterbend sind — krank, ausgehungert, von Menschen verletzt, von Autos angefahren, misshandelt, angebunden und ohne Nahrung oder Wasser zurückgelassen.
Gestern mussten wir einen jungen Hund einschläfern lassen. Er hatte Leishmaniose, die bereits alle seine Organe beeinträchtigt hatte. Wir retteten ihn erst vor einer Woche. Er war erst 18 Monate alt, eine sanfte Seele mit den liebenswertesten Augen. Ich sende dir das Video. Letzte Nacht konnte ich deswegen nicht schlafen.
Rettungsarbeit bedeutet, ständig Leid und Fälle von Misshandlung zu sehen, und manchmal tut es mehr weh, als Worte beschreiben können. Wir sind auf Zypern sehr wenige, die Tiere wirklich lieben und jeden Tag für sie kämpfen. Es ist kein leichter Kampf. Wir kämpfen gegen ein System, in dem Tierschutzrechte oft nicht ausreichen, und selbst wenn sie existieren, werden sie nicht immer ordnungsgemäß durchgesetzt. Wir treffen auch auf Menschen, die denken, dass wir verrückt sind, sich so viel zu kümmern. Oft werden wir verurteilt, kritisiert oder missverstanden für die Arbeit, die wir tun.
Rettung kostet auch viel Geld — Futter, medizinische Versorgung, Behandlungen, Operationen, Mikrochipps und Medikamente. Alles hängt von Spenden und der Unterstützung von Menschen ab, die an das glauben, was wir tun. Und manchmal erreicht der Kampf auch unser Privatleben. Rettung kostet so viel Zeit, Energie, Emotionen und Geld, dass es sogar Druck auf unsere Familien ausüben kann. Obendrauf mache ich mir auch Sorgen um den Krieg um uns herum. Eine meiner Hauptsorgen sind streunende Tiere, denn wenn sich die Situation verschlechtert, werden sie diejenigen sein, die völlig hilflos bleiben.
Aber trotz alledem machen wir weiter, wir kämpfen jeden Tag für das Beste. Denn jedes Leben zählt. Und schließlich möchten wir dir ganz herzlich für deine Unterstützung danken und dafür, dass du mit uns in dieser schwierigen, aber wichtigen Arbeit stehst. Es bedeutet uns mehr, als du dir vorstellen kannst ❤️

Ich kann immer nur sagen, bitte nehmt einen Hund 🐕 aus dem Tierschutz, nicht nur das diese Hunde dankbar sind, es können dann weitere Hunde nachrutschen, den geholfen werden kann.
Das was wir noch machen können, ist spenden , damit einige notwendige Kosten gedeckt werden. Aber alles andere können nur die tollen Helfer vor Ort machen. Hut ab, ihr leistet so viel, DANKE